Wie ist der Agilitysport entstanden? 

Die Idee des Agility stammt aus England!  Die Veranstalter der Crufts in England, dies ist die größte Hundeausstellung Europas, wollten das Rahmenprogramm der Show attraktiver gestalten. Im Jahre 1978 hatte der Engländer John Varley, ein begeisterter Springreiter, die Idee, das Springreiten der Pferde auf die Hunde zu übertragen. Die Zuschauer der Crufts waren begeistert, es wurden nach diesem Vorbild überall Agility- Clubs gegründet, die jedoch alle nach ihren eigenen Regeln und Vorstellungen trainierten. So wurden die Engländer Peter Lewis und John Gilbert mit der Erstellung von Regeln und der Ausbildung von Agility Leistungsrichtern betraut. So entstand das heutige Agility.

Begeisterte Besucher der Crufts brachten diesen Sport dann auch nach Europa, wo dann zunächst ebenfalls ohne jegliches Regelwerk Agility trainiert wurde. Im Jahre 1988 nahm sich Frankreich des Agilitysports an und erstellte einen umfangreichen Regelentwurf. Später nahm sich dann die FCI des Sports an und gründete eine Agility- Kommission. Im Jahre 1989 wurde Agility offiziell als kynologischer Sport in die FCI aufgenommen und wird seither weltweit betrieben.

Warum gerade Agility?  

Viele unserer Hunderassen wurden einst für eine bestimmte Aufgabe gezüchtet. Sei es für das Jagen, das Hüten von Schafen oder Rinderherden, das Bewachen von Haus und Grund oder das Aufspüren von Wild. Leider ist es so, dass speziell in den großen Städten keine Möglichkeit mehr besteht, dass die Hunde diesen Aufgaben nachkommen können. Leider sind die so eigentlichen Aufgaben des Hundes immer mehr in den Hintergrund getreten.

So sollte man sich als Hundebesitzer überlegen, seinem Hund eine sinnvolle Beschäftigung als Ersatz zu bieten. Dafür eignen sich gleich mehrere Hundesportarten wie Flyball, Obedience, Dogdancing, Fährtenarbeit, Disc- Dogging, Rettungshundarbeit, Agility und einiges mehr. Auch auf den Hundeplätzen und Hundevereinen ist man dieser Entwicklung gefolgt und bietet immer mehr verschiedene  Hundesportarten an.

Agility ist eine der attraktivsten Möglichkeiten sich mit seinem Hund zu beschäftigen, denn es bietet Spaß, Bewegung und Spiel für Mensch und Hund gleichermaßen.

Wer einmal diese Sportart hat ausprobieren dürfen oder gesehen hat, ist begeistert und kommt davon nicht mehr los. Das Arbeiten mit dem Hund und die erzielten Fortschritte sowie der Spaß, den man dem Hund deutlich ansieht, fasziniert einfach.

Was genau ist Agility?

Agility lässt sich definieren als erzieherisches und sportliches Spiel. Es fördert die Bindung und den Teamgeist von Hund und Hundeführer. Es ist nicht allein nur ein Sport, sondern es ist wirklich Spiel und Bewegung mit dem Hund, die beiden Freude bereitet.

Ein Agilityparcors besteht aus verschiedenen Geräten, wie Hürden, Tunnel, Mauer, Schrägwand, Laufsteg, Wippe, Sacktunnel, Slalom, Weitsprung und Tisch. Die Parcoure sind nie gleich, sondern jedes Mal sind die Hindernisse neu angeordnet. Der Hund lernt zunächst jedes Gerät einzeln kennen, im weiteren Verlauf der Ausbildung werden die Geräte miteinander kombiniert. Der Mensch durchläuft mit dem Hund die Parcoure, wobei im Gegensatz z.B. zum Turnierhundsport nur der Hund die Geräte abarbeitet. Der Mensch führt den Hund alleine durch Körpersprache und Stimme ohne Leine durch den Parcours.

Auf Turnieren bestehen die Parcoure je nach Leistungsklasse aus 15- 20 Geräten. Es gewinnt jeweils der schnellste, fehlerfreie Lauf.

Doch keine Angst! Da Agility Hund und Mensch Freude bereiten soll, ist die Teilnahme an Turnieren nicht das eigentliche Ziel des Agility. Man kann Agility sowohl aus Spaß als auch als Wettkampfsport ausüben. Das liegt ganz allein an der Motivation und der Einstellung des Hundeführers. Die Bewegung hält den Hund fit und gesund wie jede Sportart, die vernünftig und in Maßen ausgeübt wird.

Wichtig ist allein die sinnvolle Beschäftigung des Hundes!

Welcher Hund ist für Agility geeignet?      

Es ist völlig egal, ob Rassehund oder Mischling, ob groß oder klein!

Der Hund sollte gesund sein, nicht zu schwer und vor allem sollte er gerne spielen oder sich durch Leckerchen motivieren lassen. Beim Agility wird fast nur mit positiver Verstärkung trainiert. Der Hund sollte gut sozialisiert und motivationsbereit sein.

Gleichzeitig sollte er einen gewissen Grundgehorsam wie Sitz, Platz, Bleib und Heranrufen aus der Entfernung haben.

Bin ich für Agility geeignet?

Ja, wenn sie  gesund und bewegungsfreudig sind. Das Alter spielt dann keine Rolle! Ob Kind, Jugendlicher oder schon älter, die Freude an der Beschäftigung und Bewegung mit ihrem Hund reicht  aus. Jeder kann dann Agility innerhalb seiner Möglichkeiten ausüben.

Agility ist in erster Linie eine Freizeitbeschäftigung mit dem Hund und erst in zweiter Linie ein Sport!

Agility auf Turnieren?

Auf einem Turnier darf der Hund weder Halsband noch Leine tragen. Der Hundeführer hat vor der Prüfung die Möglichkeit den Parcours ohne seinen Hund abzugehen, um somit den besten Weg für sich und seinen Hund zu suchen. Der schnellste, fehlerfreie Lauf führt zum Sieg.

Auf Agilityturnieren gibt es verschiedene Leistungsstufen. Man unterscheidet diese in Agility 1 (A1), Agility 2 (A2) und Agility 3 (A3), zusätzlich gibt es noch die Anfänger- (A0) und Seniorenklasse. Außerdem wird ein Jumping angeboten. In dieser Klasse wird ein Agilityparcours aufgebaut, der keine Kontaktzonen (Schrägwand, Laufsteg, Wippe)  beinhalten darf. In dieser Disziplin geht es sehr um Schnelligkeit.

Damit die "Kleinen" nicht gegen die "Großen" laufen müssen, gibt es drei verschiedene Größenklassen. Small (Hunde bis 34,99 cm), Medium (Hunde von 35 cm bis 42,99 cm) und Large (Hunde ab 43 cm). Bei dieser Einteilung gilt immer die Wiederristgröße des Hundes. Die Höhen der einzelnen Hindernisse ist der jeweiligen Größenklasse der Hunde angepasst.

Voraussetzung für die Teilnahme an Turnieren ist, dass der Hund die Begleithundeprüfung abgelegt hat, durch einen Chip gekennzeichnet ist, der Besitzer Mitglied in einem Hundeverein ist und der Hund eine gültige Tollwutimpfung hat.

ACHTUNG! Auch Besucherhunde müssen eine gültige Tollwutimpfung nachweisen, daher als Besucher immer den gültigen Impfausweis mitführen!